01.08.2025 Nydri -Ermioni

2. März 2026

August 2025 Herausragende Erlebnisse und Eindrücke

Nachdem der Juni und Juli von geplanten und ungeplanten Auszeiten geprägt waren, hielt der August für uns eine große Anzahl an sehr eindrucksvollen Erfahrunge bereit.

Nach der Rückkehr von Georgia in Nydri, machten wir uns auf, um über einen Zwischenstopp in Messolonghi den Golf von Korinth zu besegeln und dann durch den Korinth Kanal zu fahren. Direkt nach Messolonghi in östlicher Richtung fährt man unter der Rio-Andirrio-Brücke hindurch, die im Vorfeld der Olympischen Spiele in Griechenland gebaut wurde und die eine sehr beeindruckende Architektur hat. Für die Durchfahrt meldet man sich 5 Seemeilen vorher bei der Verkehrsleitstelle per Funk an und bekommt eine Meile vor der Brücke eine klare Anweisung zwischen welchen Stützen man unter der Brücke durchzufahren hat. Wenn man dies nicht macht, kann man empfindliche Strafen bekommen. Die mittlere Durchfahrt mit der höchsten Durchfahrt ist in der Regel den großen Berufsschiffen vorbehalten. Privat- und Freizeitboote werden entsprechend ihrer Größe und Masthöhe dirigiert und zugeordnet. Immer wieder interessant und unterhaltsam ist es, den Funkverkehr von anderen Booten mitzuhören.

Nach erfolgreicher Durchfahrt unter der Brücke, ankerten wir vor Nafpaktos. Dies ist wirklich ein bezauberndes kleines Städtchen mit einer bewegten Geschichte und einem knuffig kleinen Stadthafen, der für unser Boot einfach zu klein war. Außerdem war innen auch noch Bauarbeiten zugange, wesehlab wir sowieso nicht hätten dort anlegen wollen. Wir machten eine Besichtigungstour und genossen die nahe gelegene Einkaufmöglichkeiten für Fisch, Fleisch und Gemüse.

Am 6. August ging es weiter auf die im Golf von Korinth gelegen Insel Trizonia. Nahe dem nördlichen Festland im Golf gelegen, verfügt Trizonia über einen Wasseranschluss von dort. Das Frischwasser kommt aus den Bergen und ist von hervorragend guter Qualität. Die Insel selbst ist von überschaubarer Größe und hat einen ganz eigenen Charme. Wir legten hier im Hafen an einem Schwimmsteg mit Anker voraus an und blieben für zwei Nächte. Auf Empfehlung von einem deutschen Seglerpaar in Trizonia segelten wir weiter nach Itea, welches uns als ruhiger und nicht von Charterbooten heimgesucht empfohlen worden war. Dies scheint wohl häufig in Galaxidi der Fall zu sein, weshalb wir dort vorbei segelten. Das Wetter gestaltete sich sehr wechselhaft und hinter jeder Landzunge ab Trizonia änderten sich die Wind- und Wellenverhältnisse. Wir kamen bei 25 Knoten Nordwind in Itea an und legten längsseits an einem ziemlich heruntergekommenen Pier an. Leider sollten sich diese Windverhältnisse auch für mehrere Tage nicht zu Besseren ändern.

Wir machten aus der Not eine Tugend, bestellten Diesel beim örtlichen Shell-Tankstellenbetreiber der auch Autos vermietet. Also mieteten wir für einen Tag ein Auto und besuchten das Orakel von Delphi. Sehr sehenswert, wenngleich bei unserem Besuch das oberhalb gelegen antike Stadion aufgrund des starken Windes leider gesperrt war. Der Ort, wo ursprünglich das Orakel selbst getakt hat, war ebenfalls wegen Bauarbeiten geschlossen und nur von außerhalb sichtbar. Dennoch war es den Ausflug in die Berge auf alle Fälle wert. Sehr beeindruckend, welche architektonischen und bildhauerischen Fertigkeiten die Griechen dort unter Beweis stellten und wie viel davon selbst heute noch erhalten und sichtbar ist.

Wo wir schon einmal ein Auto zur Verfügung hatten, besuchten wir anschließend auch noch das Kloster von Hosios Lukas. Wirklich sehr beeindruckend, was hier mitten im Nirgendwo erbaut und über Jahrhunderte weiterentwickelt wurde. Sehr schöne Bau- und Malkunst mit aktivem religiösem Hintergrund. Es leben auch heute noch Mönche im Kloster.

Nachdem am 13. August der Wind etwas weniger wurde, ergriffen wir die „Gunst der Stunde“ und verließen Itea. Da der Wind in Böen immer noch stark genug war, drückte er uns beim Ablegen so gegen die Beton Pier, dass wir uns am Backbord Heck eine massive Schramme in die Ecke vom Boot gefahren haben. Unterwegs nach Kiato frischte es dann noch stärker auf und schüttelte uns durch. Im Ergebnis verloren wir leider ca. 10-15 Liter Diesel aus dem frisch aufgefüllten Tank (woher auch immer – wir haben es nicht herausgefunden) und die Suppe Schwamm dann leider in der Bilge im Motorraum vor sich hin und muss von mir währen der Fahrt gereinigt werden. In Kiato fanden wir zum Glück einen einigermaßen gut geschützten Platz, wo wir längsseits festmachten. Zwei Nächte später legten wir ab und durchquerten gegen Mittag den Korinth Kanal, den ich am Tag zuvor über Internet gebuchten und bezahlt hatte. Nach einigen Ehrenrunden vor dem Kanal bekamen wir nach unserer Anmeldung über Funk die Anweisung hinter welchen Boot wir uns in den Konvoi einzureihen hatten. Sehr beeindruckend durch diesen gefühlt schmalen Kanal zu fahren mit seinen weit über 20 Meter hohen Felswänden an beiden Seiten. Wir steuerten Korfos an und ankerten hier nicht weit entfernt vor dem Supermarkt auf ca. 15 m Tiefe. Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Poros. Als wir die letzte Landspitze vor Poros umfuhren und dann der Wind nahezu weg war, ließ sich leider unser Vorsegel nicht mehr einrollen. Mit einigem hin und her Probieren mussten wir zerknirscht feststellen, dass sich irgendetwas verklemmt hatte, da die Rollanlage komplett blockierte. Wir wickelten das Segel von Hand ums Vorstag und hofften in Poros Hilfe zu bekommen.

Zu unserem Pech haben aber ab Mitte August in Griechenland alle Arbeitenden kollektiv Urlaub. Es war nichts zu machen und niemand zu bekommen, obwohl der Herr im Nautic shop in Poros sehr bemüht war. Schlussendlich haben zum 25. August jemanden aus Athen bekommen, der uns den Rollmechanismus komplett zerlegt und wieder richtig und an Ort und Stelle zusammengebaut hat. Dazu mussten wir allerding von Poros aus wieder zurück, zu einer kleinen Werft direkt 2 Seemeilen östlich vom Eingang vom Korinth Kanal. Als der Termin fest stand machten wir uns also von Poros aus wieder auf nach Korfos, um dann nur noch ein kleines Stück bis zum Almira Shipyard fahren zu müssen. Als wir gegen Mittag loswollten, ging aber unser Anker nicht mehr hoch. Er hin in 15 Meter Tiefe fest. Auf Insistieren meiner Frau fuhr ich mit dem Dinghy zum Supermarkt und fragte, ob es einen Taucher gäbe, der uns helfen könnte. Zufällig stand an der Kasse gerade ein Kunde, der seine Hilfe anbot und uns für 70 € den Anker freitauchen würde. Er kam auch eine Stunde später mit seinem Equipment und tauchte. Leider hatte sich unsere Kette um ZWEI alte Anker gewickelt. Er musste also mehrfach runter und uns freimachen. Er fragt höflich, ob es okay wäre, wenn er wegen des erhöhten Aufwands jetzt 100 € haben könnte. Natürlich war es okay und wir sehr froh nun endlich wieder frei zu sein und loszukönnen.

In Almira Shipyard angekommen, machten wir für eine unruhige Nacht an der letzten noch freien Boje fest. Es stand viel Welle an, so dass wir ordentlich Schiffsbewegung hatten. Witziger Weise lag an der Boje neben uns auch ein Boot aus Deutschland namens Ronja. Sie wurden am Folgetag ausgekrant und beendeten ihre zweijährige Auszeit für die Segelreise. Das Boot sollte anschließend verkauft werden. Wir wurden gegen Mittag in die Auskranbox gelotst und der Mechaniker reparierte alles, ohne weitere Ersatzteile zu benötigen. Puh.

Danach ging es nach Epidharos und anschließend weiter über Poros nach Eremioni. Wie es dann weiter ging im September, das erfährst du wie immer im nächsten Blog 😊.

Für uns ging es weiter nach Zakynthos zur Agios Nikolaos. Hier legt man ebenfalls römisch-katholisch an und der Hafen ist sogar kostenfrei. Der Betreiber des einen Restaurants und der Tankstelle, bietet sogar Strom und Wasser an, wenn man dort auch Dienstleistungen in Anspruch nimmt. Neben der Füllung unserer Dieseltanks, buchten wir auch einen Bootsausflug bei ihm zur berühmten shipwreck bay, wo ein havariertes Schmugglerschiff vor langer Zeit in einem Sturm an Land gespült wurde. Die malerische Szenerie wird flankiert von einer Menge Ausflugsbooten und unser Bootsführer drehte so lange seine Runden, bis alle Passagiere ein entsprechendes Foto vom Schiffswrack geschossen hatten. Außerdem waren noch zwei Schwimmstopps und Einfahrten in diverse blaue Grotten Teil des Bootsausflugs. Auf eigenem Kiel dorthin zu fahren, machte nicht so viel Sinn, weil es verboten ist, in der Bucht zu ankern oder zu schwimmen und diese auf der anderen Seite der Insel liegt, wo es zum Zeitpunkt unseres Aufenthaltes keine geschützten Anker- oder Liegeplätze gegeben hätte.

Von Zakynthos aus ging es dann rüber zum Festland über Kyllini und Larisos nach Messolonghi. Die Zwischenstopps waren nicht besonders spektakulär und wir blieben auch jeweils nur für eine Nacht. Die Anfahrt nach Messolonghi war schon etwas spannender, da dies in einem Brackwassergebiet mit sehr geringer Tiefe liegt. Die Anfahrt führt über einen langen betonnten Kanal, der über die erforderliche Tiefe verfügt. Abseits der Fahrrinne bleibt man sehr schnell im Schlamm stecken. Wir legten längsseits im Stadthafen an und für die zweite Junihälfte blieb Georgia in der Marina Messolonghi alleine vor Ort, da ich für eine Woche zum Segeln nach Montenegro unterwegs war.

Wohin es nach meiner Rückkehr nach Messolonghi weiter ging, erfahrt ihr wie immer im nächsten Blog 😊.